500.000 – Ein Monat auf den Beinen
Eine halbe Million.
Das klingt erst einmal nach einer Zahl, bei der man an einen Immobilienkredit, einen Lottogewinn oder zumindest an etwas denkt, das deutlich größer ist als die Anzahl der Schritte, die ein vernünftiger Mensch innerhalb eines Monats freiwillig zurücklegen möchte.
Genau darum geht es aber.
Meine nächste Challenge lautet:
500.000 Schritte im Oktober.
Vom ersten bis zum letzten Tag. Gezählt wird ausschließlich das, was meine Garmin registriert.
Jeder Schritt zählt.
Beim Laufen. Beim Wandern. Auf dem Weg zum Schwimmbad. Beim Einkaufen. Im Büro. Auf der Treppe. Und natürlich auch jene verzweifelten Runden um den Wohnzimmertisch, falls am 31. Oktober um 23:40 Uhr noch 2.000 Schritte fehlen sollten.
Garmin ist der Schiedsrichter.
Und Garmin ist bekanntlich unbestechlich.
16.129 Schritte. Jeden Tag. Rechnerisch.
Der Oktober hat 31 Tage.
500.000 geteilt durch 31 ergibt ziemlich genau 16.129 Schritte pro Tag.
Das ist machbar.
Und gleichzeitig ziemlich viel.
Vor allem für jemanden, dessen beruflicher Alltag nicht daraus besteht, Schafe über die Alpen zu treiben, sondern einen erheblichen Teil des Tages vor einem Bildschirm zu verbringen.
An einem normalen Bürotag kommen 16.000 Schritte nämlich nicht einfach so zusammen. Man muss etwas dafür tun.
Und zwar jeden Tag.
Oder zumindest fast jeden.
Denn genau hier liegt der Unterschied zu einer Challenge wie „30 Tage lang jeden Tag mindestens 15.000 Schritte“.
Bei dieser Challenge gibt es kein tägliches Mindestziel.
Ich darf an einem langen Arbeitstag nur 8.000 Schritte schaffen.
Kein Problem.
Die Challenge ist deswegen nicht verloren.
Die fehlenden Schritte sind allerdings auch nicht verschwunden.
Sie warten auf mich.
Vielleicht am nächsten Morgen. Vielleicht beim langen Lauf am Wochenende. Vielleicht bei einer Wanderung durch den Taunus.
Am Ende zählt nur eine Zahl:
500.000.
Die Challenge findet nicht neben dem Alltag statt
Und genau das gefällt mir an dieser Herausforderung.
Viele meiner bisherigen Challenges verlangen eine gezielte Vorbereitung. Wer 10 Kilometer in einer bestimmten Zeit laufen oder 100 Kilometer innerhalb von 24 Stunden zurücklegen möchte, kann nicht einfach morgens aufstehen und beschließen, dass heute ein guter Tag dafür wäre.
Man muss trainieren.
Regelmäßig. Geplant. Über Wochen oder Monate.
Und genau daran scheitert es bei mir momentan häufiger als an der eigentlichen sportlichen Motivation: Beruf und Alltag lassen sich nicht immer bereitwillig um einen Trainingsplan herumorganisieren.
Die 500.000-Schritte-Challenge funktioniert anders.
Sie findet mitten im Alltag statt.
Ich muss nicht jeden Tag zwei Stunden zusätzlich trainieren.
Ich muss mich bewegen.
Vielleicht gehe ich morgens eine Runde, bevor die Arbeit beginnt. Vielleicht telefoniere ich beim Gehen. Vielleicht lasse ich das Auto stehen. Vielleicht drehe ich abends noch eine Runde, obwohl das Sofa bereits sehr überzeugende Argumente vorgetragen hat.
Und natürlich zählen auch meine normalen Trainingseinheiten.
Ein 10-Kilometer-Lauf bringt mich dem Ziel schließlich genauso näher wie eine Wanderung.
Es geht also nicht darum, den Alltag für einen Monat auszuschalten.
Es geht darum, ihn zu verändern.
Die Mathematik kennt kein Mitleid
Das Spannende dürfte irgendwann der Blick auf den Zähler werden.
Nach sieben Tagen sollten dort ungefähr 113.000 Schritte stehen.
Nach der Hälfte des Monats etwa eine Viertelmillion.
Und irgendwann wird sich zeigen, ob ich vor meinem Soll liege oder ob sich langsam eine kleine Schrittschuld angesammelt hat.
5.000 Schritte Rückstand?
Unangenehm.
20.000?
Da wartet am Wochenende Arbeit.
50.000?
Dann können Garmin und ich vermutlich langsam über eine Umschuldung sprechen.
Und genau deshalb gefällt mir diese Challenge.
Sie verlangt keine sportliche Höchstleistung an einem bestimmten Tag.
Sie verlangt etwas, das im Alltag vielleicht sogar schwieriger ist:
Konsequenz.
31 Tage lang.
Bei schönem Wetter und bei Regen. Am Wochenende und an langen Arbeitstagen. Wenn ich Lust habe und wenn ich keine habe.
Ich kann jeden einzelnen Tag ein bisschen gewinnen.
Ich kann mir Vorsprung erarbeiten.
Ich kann zurückfallen.
Aber am Ende des Oktobers gibt es keine Hochrechnung mehr.
Dann steht auf der Uhr entweder mindestens
500.000
oder eben nicht.
Eine halbe Million Schritte.
Ein Monat.
Zwei Füße.
Und vermutlich ziemlich viele Kilometer.
Los geht’s am 1. Oktober.
Euer Oliver
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