Coco, du kannst schon mal duschen gehen
Coco planscht, ich dominiere.
Eine kleine Vorschau auf das ungleiche Duell des Jahrzehnts.
Das Setting: Olympiastadion Berlin, Sommer 2026. Die Sonne brennt, das Wasser glitzert, die Menge tobt. Auf Bahn 1: Ich – der menschgewordene Triathlon aus Entschlossenheit, Muskelmasse und Disziplin. Auf Bahn 2: Coco – im quietschbunten Badeanzug, mit Schwimmbrille und dem kindlich-heiteren Selbstbewusstsein – als ginge hier um Planschen mit Stil.
Und tatsächlich: Coco hat sich da was ausgedacht. Frühstart, breit grinsend. Taucherbrille zurechtrücken, dann ein dramatischer Sprung – nicht in Richtung Sieg, sondern in eine chlorige Wohlfühlzone irgendwo zwischen Spaßbad und Kindergeburtstag. Während ich die Laktatwerte auf Anschlag bringe, schippert sie gemütlich durchs Becken wie ein Disney-Charakter auf Valium.
Versteht mich nicht falsch: Ich liebe meine Nichte. Aber dieser Wettkampf ist keine Zirkusnummer. Hier geht’s nicht um Quietschespielzeug und Rückenlage mit Fruchtcocktail. Hier geht’s um Ehre. Um Tempo. Um 1.500 Meter geballte Realität.
Und während Coco vermutlich immer noch glaubt, das sei ein Wellness-Wochenende mit Wasserkontakt, weiß ich: Ich werde liefern. Sekunde für Sekunde. Bahn für Bahn. Sieg für Sieg.
Coco, ich hoffe, du bringst auch ein Handtuch für deine Tränen mit.
Denn wenn das Startsignal ertönt, dann hört der Spaß auf – und der Gigant schwimmt los.